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PolitikGuttenberg – Wirbel um Doktorarbeit Was haltet Ihr davon ? Glaubt Ihr die Vorwürfe sind berechtigt? Handelt es sich nur um eine gezielte Attacke der Opposition gegen den Minister? Stimmt doch bei uns darüber ab und sagt uns eure Meinung zu diesem brisanten Thema. Böse Vorwürfe gegen Dr. jur. Karl-Theodor zu Guttenberg (39, CSU): Der Verteidigungsminister soll Passagen in seiner 2006 an der Uni Bayreuth eingereichten Jura-Doktorarbeit abgeschrieben haben. Das behauptet der Bremer Jurist Andreas Fischer-Lescano (38) in der „Süddeutschen Zeitung“. Der Professor fand heraus, dass Guttenbergs Dissertation an mehreren Stellen Texte anderer Autoren aufweist: teils über mehrere Absätze und wortwörtlich – aber nicht als Zitate gekennzeichnet, wie es für wissenschaftliche Arbeiten vorgeschrieben ist. Um diese Textstellen geht es: 97 Zeilen aus einem Artikel der Journalistin Klara Obermüller (70) in der „Neuen Zürcher Zeitung am Sonntag“ (NZZ) und Sätze aus Vorträgen von Wissenschaftlern wie Wilfried Marxer und Hartmut Wasser. Obermüller sprach von „Trickserei“. Die NZZ-Chefredaktion verlangte eine Entschuldigung des Ministers. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet, Guttenberg habe auch aus einem ihrer Artikel von 1997 abgeschrieben! Auszüge aus einer Rede der Schweizer Ex-Nationalratspräsidentin Gret Haller sowie Passagen des Tübinger Jura-Professors Martin Nettesheim sollen ebenfalls nicht korrekt als Quelle zitiert worden sein, berichten „Blick“ und „Saarbrücker Zeitung“. Was sagt der Minister selbst zu den Vorwürfen? Guttenberg, der sich mittlerweile auf Truppenbesuch in Afghanistan befindet, wehrt sich. Er erklärte gestern: „Der Vorwurf, meine Doktorarbeit sei ein Plagiat, ist abstrus.“ Er sei „aber gerne bereit zu prüfen, ob bei mehr als 1200 Fußnoten und 475 Seiten vereinzelt Fußnoten nicht oder nicht korrekt gesetzt sein sollten.“ Dies würde bei einer Neuauflage der 2009 als Buch veröffentlichten Arbeit (Titel: „Verfassung und Verfassungsvertrag. Konstitutionelle Entwicklungsstufen in den USA und in der EU“) berücksichtigt werden. Guttenberg trat auch möglichen weiteren Vorwürfen entgegen: „Sollte jemand auf die Idee kommen zu behaupten, Mitarbeiter meiner Büros hätten an der wissenschaftlichen Erarbeitung meiner Dissertation mitgewirkt, stelle ich fest: Dies trifft nicht zu.“ Unmissverständlich machte er klar: „Die Anfertigung dieser Arbeit war meine eigene Leistung.“ Die Liste der Literatur-Quellen in der Doktorarbeit ist fast 50 Seiten lang, der Jurist erhielt für die Arbeit die Bestnote „Summa cum laude“.
17.02.2011, 08:52 von MichaJena |
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